
Das Wattenmeer ist eines der außergewöhnlichsten Ökosysteme der Erde. Als größtes zusammenhängendes Sand- und Schlickwattsystem der Welt umfasst es eine Fläche von etwa 11.500 km2 und verbindet drei Länder: die Niederlande, Deutschland und Dänemark. Sein charakteristisches Landschaftsbild entsteht im steten Rhythmus von Ebbe und Flut, der Lebensräume schafft, die weltweit nahezu einzigartig sind.
2009 wurde das Wattenmeer aufgrund seiner herausragenden geologischen und ökologischen Bedeutung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Millionen Zugvögel nutzen das Gebiet jedes Jahr als unverzichtbaren Rastplatz, und eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten findet hier einen Lebensraum, der in dieser Form kaum ein zweites Mal zu finden ist.

Weltnaturerbe
Das Wattenmeer ist sowohl in Bezug auf seine geologischen und ökologischen Prozesse als auch hinsichtlich seiner Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt von herausragender weltweiter Bedeutung. Der außergewöhnlich universelle Wert ist international anerkannt und die Leistungen des über 40-jährigen grenzüberschreitenden Schutzes sowie eines nachhaltigen Managements werden besonders gewürdigt. Damit steht das Wattenmeer auf einer Stufe mit anderen weltbekannten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA oder dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens. Darüber hinaus ist das Wattenmeer ein herausragendes Beispiel dafür, wie Mensch und Natur durch konsequenten Naturschutz im Einklang miteinander existieren können.

Mit dem Hund im Nationalpark
Im Nationalpark Wattenmeer sind Hunde willkommen, müssen aber stets rücksichtsvoll auf Natur und andere Besucher geführt werden. Um die sensiblen Lebensräume von Zugvögeln, Watttieren und Pflanzen zu schützen, gibt es drei verschiedene Zonen. In der Ruhezone müssen Hunde an der Leine geführt werden, sowie nur auf den markierten Wegen. In der Zwischenzone dürfen während der Brutzeit (1. April bis 31. Juli) ebenfalls nur die markierten Wege verwendet werden. In der Erholungszone gilt die Anleinpflicht während der Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit (1. April – 15. Juli). Auch Wattwanderungen sind mit angeleintem Hund möglich, prüfen Sie jedoch lieber vorab, ob Ihr Hund das Trittrisiko in Muschelschalen bewältigen kann. Außerdem gibt es ein paar allgemeine Regeln zu beachten:
In Rast- und Brutgebieten gilt teilweise ein zeitweiliges Mitführen-Verbot
Abfälle müssen immer entfernt werden
Rücksicht auf andere nehmen
Hunde dürfen nicht in besonders geschützte Bereiche
Ortsregelungen je nach Gemeinde beachten

Zugvogeltage
Während der Zugvogeltage steht die niedersächsische Nordseeküste ganz im Zeichen des Vogelzugs. Tausende Zugvögel aus dem hohen Norden nutzen zu dieser Jahreszeit das Wattenmeer als unverzichtbaren Rastplatz auf ihrem Weg zwischen Arktis und Afrika. Mit über 250 Veranstaltungen – darunter Exkursionen, Vorträge und Mitmachaktionen – bieten die Zugvogeltage die Gelegenheit, dieses besondere Naturphänomen aus nächster Nähe zu erleben und mehr über den Schutz der Zugvögel und ihres empfindlichen Lebensraums zu erfahren. Die Veranstaltungen machen deutlich, wie eng lokale Naturerlebnisse mit globalen ökologischen Zusammenhängen verknüpft sind.

Watt für die Seele
Erleben Sie das Wattenmeer mit allen Sinnen und finden Sie ihren ganz eigenen Zugang zur Natur am UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Lassen Sie sich von der Natur inspirieren und seien Sie offen für neue Perspektiven, Gedanken und Erlebnisse. Mit 31 Achtsamkeitsübungen zwischen Watt, Dünen und Salzwiesen lädt das Projekt dazu ein, innezuhalten, tief durchzuatmen und die faszinierende Dynamik und Vielfalt des Wattenmeer bewusst wahrzunehmen. Ob beim Barfußlaufen im Watt, dem Lauschen von Wind und Wasser oder dem genauen Beobachten einer Muschel – hier können Sie sich mit der Natur verbinden und gleichzeitig die Gedanken zur Ruhe kommen lassen.